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1910-19

1910 bis 1919

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 Die Vereinsgründung - Das erste Jahrzehnt

 

Um die Jahrhundertwende fanden sich auch in Waldshut nach und nach vermehrt Anhänger des Fußballsports, die zunächst unorganisiert ihre Kräfte maßen. Noch litt der Fußballsport stark unter dem geringschätzigen Ansehen in der breiten Öffentlichkeit. Immer wieder wurden die Spieler durch die „Obrigkeit“ von den Straßen und Plätzen der Stadt vertrieben, da ihr mit viel Lärm einhergehendes „Gekicke“ als allzu störend empfunden wurde.

Um ihre Interessen der Stadt und ihren Bewohnern gegenüber nachhaltig vertreten zu können, kam es im Jahre 1909 schließlich zum Zusammenschluss der damals stadtintern hauptsächlich rivalisierenden Mannschaften des „Stadtklubs“ und des „Ziegelfeldklubs“ zum ersten Fußballverein in Waldshut, dem FC Waldshut.

Der Alb-Bote berichtet : > Geburtsstunde des FC Waldshut <

 

Mit der Akzeptanz in der Bevölkerung war es trotzdem nach wie vor nicht zum Besten bestellt. Dem sollte entgegenwirkt werden, in dem man das sportliche Angebot auf eine breitere Grundlage stellen und nicht mehr ausschließlich auf den Fußball beschränken wollte. Auch der Name des Vereines sollte nicht mehr nur einseitig auf den Fußball verweisen. So traf man sich am 28.09.1910 im „Scheffelhof“ zur Gründung eines neuen Vereines. Der Verein wurde als "Verein für Bewegungsspiele", kurz „VfB“, aus der Taufe gehoben. Blau und weiß sollten die Vereinsfarben sein.

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Die im Verein betriebene Leichtathletik fand jedoch innerhalb des Vereinsgeschehens zunächst recht wenig Beachtung. Dies sollte sich erst nach dem Kriege ändern, als dieser Sport einen ungeahnten Aufschwung nahm und eigens eine Leichtathletik-Abteilung ins Leben gerufen wurde.

 


 

 

 

 

 

 

 

Unweit des Gasthauses „Fahrhaus“ im Osten der Stadt hatte dessen Besitzer dem Verein ein geeignetes Wiesengelände zur Verfügung gestellt, dass kostengünstig und schnell als ein taugliches Spielfeld hergerichtet worden war.

Verstärkt durch Zuzüge von auswärts erlebte die Spielkultur des VfB sehr bald einen enormen Aufschwung. Für ihn stehen insbesondere die Namen von vier Lehrern - Bohrmann, Eichsteller, Bruch und Schempp - die für den damaligen sportlichen Erfolg hauptsächlich verantwortlich waren. Leider war ihr Engagement beruflich bedingt teilweise recht kurzzeitig und wurde durch Versetzungen beendet. Aus anfänglicher Kickerei wurde durch sie gepflegter Fußball und so fand sich bereits in den Jahren 1911 und 1912 eine erstaunliche Spielstärke. In den folgenden Jahren fruchtete auch die Jugendarbeit und so konnten nach und nach immer mehr junge Kräfte als Eigengewächse an die Mannschaft herangeführt werden.

Der Spielbetrieb beschränkte sich in den ersten Jahren ausschließlich auf Freundschaftstreffen mit Vereinen aus der benachbarten Schweiz. So kam es zu Begegnungen mit Vereinen u.a. aus Schaffhausen, Baden, Brugg, Wohlen und Aarau. Nach anfänglich steten Niederlagen reichte es schon bald zu Siegen und langsam wurde man immer mehr auf den VfB aufmerksam.

Mannschaften aus Lörrach, Singen oder von Basler Vereinen wollten sich mit dem neu und spielerisch so beachtlich aufkommenden VfB messen. Hier sei an jene Mannschaft erinnert, die 1912 in dem als größtem fußballsportlichen Ereignis vor dem ersten Weltkrieg gefeierten Spiel den FC Neumünster-Zürich (CH) besiegen konnte: Zähringer; Bruch, Eichsteller; J. Boll, Firnrohr, Fricker; Schmidt, Scheuble, Bohrmann, Blech, Schempp.

1912-1mannschaft-640Das älteste verfügbare Bild einer VfB-Mannschaft stammt aus dem Jahre 1912

 

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Auf der Rückseite des Bildes, aufgenommen vom Photografen Carl Deiss, sind die Namen der Spieler aufgeführt. Demnach handelt es sich um die Spieler - stehend von links: Schempp, Entle, Scheuble, Blank, Blech. Mittlere Reihe: Boll, Roth, Fricker. Vordere Reihe: Rehm, Keppeler, Link

 

 

 

100 Jahre später veröffentlichte Journalist Werner Huff am 26.10.2012 unter "Südkurier-Online" zum damaligen Zeitgeschehen folgenden Bericht:

> Von der komplizierten Einfachheit des Fußballspiels <

 

Über die Zeit der Vereinsgründung bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges wird in der Festschrift zum 15-jährigen Vereinsjubiläum 1925 rückschauend wie folgt berichtet:

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Mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges 1914 erlahmte der Spielbetrieb vollkommen. Im Zuge der Kriegszwangsbewirtschaftung wurde das Spielfeld in ein Weizenfeld umgepflügt. Beim Neuanfang nach dem ersten Weltkrieg stand so erst einmal das vergebliche Bemühen um einen neuen Sportplatz. Um ihren Sport wettkampfmäßig betreiben zu können, hatten sich Spieler übergangsweise dem FC Säckingen angeschlossen. Hilfesuchend wandte sich der Verein wiederholt  an den Stadtrat, die Stadt möge doch ein geeignetes Gelände zur Verfügung stellen. In der Sitzung vom 03. Juni 1919 fasste der Stadtrat folgenden Beschluss:

"Einen geeigneten Platz für Fußballspiel hat die Stadt nicht zur Verfügung. Die früheren größeren, ebenen Wiesen sind heute Gärten. Bei der jetzigen Futternot dürfte eine Wiese auch nicht zu bekommen sein. Dem Verein bleibt es überlassen, sich mit den Lonza-Werken in Verbindung zu setzen, daß vielleicht diese einen Platz entlang der Schaffhauser Straße auf dem von der Stadt erworbenen Gelände abtreten können."

Mit der Tatkraft und der finanziellen Unterstützung des Fabrikanten Oskar Mann konnte schließlich im August 1919 in der "Oberen Au" unterhalb des Waldschlosses stadtauswärts Richtung Dogern eine Wiese gepachtet werden. Der Pachtzins für die nach dem Eigentümer benannten "Ebner-Wiese" konnte vom Verein  nur mit der finanziellen Unterstützung der Stadt aufgebracht werden. Der Fußball in der Waldstadt konnte endlich wieder aufleben.

Über diese Zeit ist in der Festschrift von 1925 nachzulesen:

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1919-tuttlingen1919 – Mit 6:3 war diese VfB-Mannschaft gegen Tuttlingen erfolgreich: v.l. Boll, Link, Wegeler, Bohrmann, Schäuble, von Ottnat, Weinkötz, Rütschlin, Marder, E. Albrecht, Blech

 

 

1919-20

Bildquelle: Stadtarchiv

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

Als Zeitzeuge berichtet Hermann Frommherz in der Jubiläumsschrift "50 Jahre VfB Waldshut":

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