Tiefer Winter in Wildhaus
Am Donnerstag, den 8. Januar machten sich die VfB-AH/Veteranen für drei Tage auf zum 45. Skiausflug nach Wildhaus ins Toggenburg.
Nach den vergangenen Wochen mit schönem Wetter in den Höhenlagen drehte sich die Wetterlage pünktlich zum Skiwochenende komplett auf tiefen Winter. Schneefall, starker Wind und tiefe Temperaturen.
Dennoch taten diese Aussichten der Freude auf die lange geplante Skiausfahrt keinen Abbruch.
Abfahrt war am Donnerstag, 8. Januar 2026 gegen 17:00h am VfB-Sportplatz mit VfB-Bus und dem „Reisebus“ von Dirk Piorun bei leichtem Regen. Knappe zwei Stunden später hatten wir das Frauenfelder Haus in Wildhaus erreicht. Bei Schneefall, der so schnell nicht enden sollte. Bald waren die Fahrzeuge vor Ort ausgeräumt, die Räume verteilt und bezogen.
Während die Kameraden noch zu tun hatten mit der Deponierung des üppigen Biervorrates machte sich Uli in der Profiküche schon ans Werk. Rösti mit Bratwurst und Zwiebelsauce stand auf dem Küchenplan. Apropos: Der Küchenplan für die Einteilung der Helfer über die drei Tage war rasch erledigt und hat prima funktioniert. Danke an alle für ihren engagierten Einsatz!
In der Nacht zog zum Schnee noch stürmischer Wind auf, der uns am Freitag durchaus beschäftigen sollte, weil: Die Seilbahnen in der Höhe waren deshalb geschlossen.
Über einen nicht gebahnten Ziehweg mit tiefem Schnee ging es eher schlecht als recht runter bis zur Talstation. Ja, die unteren Lifte hatten geöffnet und so konnten wir den ganzen Tag in Wildhaus über die Mittelstation Oberdorf bis zur Station Freienalp auf 1440m Skifahren bei überraschend guten Pistenverhältnissen.

Von links: Dirk Piorun, Ingo Siefermann, Achim Fischer, Ralf Wegmann, Uli Rotzinger, Stefan Brauner, Christian Rotzinger (knieend), Hubert Widmann, Martin Ruppelt, Hansi Rotzinger, Uwe Hermle, Stefan Rimmele, Peter Spiegelhalter, Uwe Bartram, Micky Rotzinger, Marco Marquardt, Chris Krämer.
Alle siebzehn Teilnehmer waren auf ihren Skiern unterwegs und stellten sich am heute höchst möglichen Punkt zum Gruppenfoto, bevor es dann den einen oder anderen in eine Pause zog, die auch teilweise länger ausfiel. Wind und wechselnd starker Schneefall gar mit vorbeiziehendem, tiefem Gewölk konnten zwischendurch auch der „Sportgruppe Rotzinger“ den Stecker ziehen. Sei´s drum. Es ist Winter und es gab nichts zu klagen, im Gegenteil.
Es ging schon in die Abenddämmerung. Einige suchten sich erst über eine rote Piste, später querfeldein durch den – eigentlich nicht fahrbaren - Tiefschnee den Weg zurück zum Haus und erfreuten sich an Kaffee und Kuchen oder den restlichen Bratwürsten mit einem Bier frisch aus dem Schnee auf der Terrasse. Andere fanden den Weg zur Schirmbar an der Wildhauser Talstation mit offenem Ende. Zum Abendessen waren alle wieder da.
Als Selbstversorger hatten wir mit Uli Rotzinger den bestmöglichen Mann mit dabei. Nach einem langen Skitag vorsorgte er uns mit großer Freude und feinstem Rindergeschnetzeltem, Nudeln und Salat. Vielen herzlichen Dank an dieser Stelle für Deinen großen Einsatz vor, während und nach dieser Skiausfahrt!
Aussicht vom Frauenfelderhaus auf Wildhaus, Säntis und den Altmann.
Das war schon der zweite Abend, da lichtet sich das große Feld in aller Regel früher. Heute eher nicht. Die Jasskarten blieben lange auf dem Tisch und am anderen Tisch wurde gesungen, sogar die Waldshuter Strophe von Hochbadnerland. Draußen zog ein Unimog mit großer Schneefräße seine Bahnen. Es schneite und schneite in die Nacht hinein. Kräftig und waagerecht.
Am Samstagmorgen zum Frühstück das gleiche Bild. Tiefer Winter, sehr schön. Einzig: Ski laufen wollte heute offenbar niemand. Gegen halb elf waren die Wanderer in passender Montur gerichtet und gingen die knapp 2 Km rüber zur Mittelstation Oberdorf bei erneut mit reichlich Schnee bedecktem Weg. Da war richtig was los auf der Piste, was nicht zwingend zu erwarten war.
Der weitere Pfad sollte für die Willigen heute über einen ausgezeichneten Wanderweg führen bis zum Gamperfin-Bergasthaus. Noch weitere zwei, drei Kilometer würden es sein. Einige Kameraden verabschiedeten sich bereits hier und jetzt in das bekannte Gasthaus an der Mittelstation.
Irgendwo Richtung Gamperfin-Berggasthaus.
Die restlichen Wanderer - plus zwei weitere Personen – gingen die Schneewanderung an mit der Vorstellung, dass dieser Wanderweg gerichtet sei. In der Tat bewegten wir uns im wirklich schönen Winterwunderland von verschneiten Wäldern bei starkem Schneefall. Von irgendeinem Weg war allerdings nichts zu sehen. Hier und da ein Wanderzeichen an einem Baum, ansonsten versank das Schuhwerk bei jedem Schritt in 20, 30cm Neuschnee, was die Sache durchaus anstrengend machte.
Vor allem für den Mann an der Spitze. Und das war wieder unser Uli, unterstützt von Peter und Christian.
Ach ja, die erwähnten weiteren Personen waren die Calypso und der Paul, zwei junge Franzosen aus Zürich, die sich extra für diesen als Highlight ausgewiesenen Wanderweg mit der SBB nach Wildhaus aufmachten. Sie fragten uns an der Mittelstation nach dem Weg, da haben wir sie gleich mitgenommen. Und: Die hatten richtig Freude mit uns, kein Witz.
Nach kurzem Anstieg durch ein Waldstück war die Hektik der Piste vorbei. Das große Wandergebiet ohne Wanderweg hatten wir nun ganz für uns. Inzwischen war die Schritttiefe angewachsen auf 40cm und mehr. Manchmal verschwand gar das Knie im Schnee. Auf und ab ging es weiter, einmal auch in eine Sackgasse. Ich war froh um meine Wanderstöcke. Schneeschuhe wären eine durchaus gute Alternative gewesen.
Jetzt noch rund 300m dann sind wir an der Hütte Gamperfin-Oelberg. Tatsächlich. Allerdings war diese Hütte geschlossen. Hier oben heißt alles Gamperfin. Unser Ziel war das Gamperfin-Berggasthaus. Auf einem Wanderschild stand etwas von 35min. Ja, im Sommer vielleicht. So langsam wurden meine Schuhe nass. Stefan rief bei Marcel im Berggasthaus an, wollte sich kurz orientieren – kein Netz. Also weiter ging´s. Alles weiß, keine Wegweiser mehr. In welcher Richtung liegt eigentlich das Gasthaus?
Das Smartphone war nun äußerst hilfreich. Komoot im Speziellen, die Wanderapp. Einer der Kameraden hatte sie zur Aufzeichnung aktiv und danach konnten, nein mussten wir im „Instrumentenflug“ wandern und fanden sicher das Ziel, auch wenn der Pfad etwas unorthodox schien.
Schneebedingt brauchten wir 90 statt 35 Minuten. Egal, im Gamperfin hatten wir reserviert. Das Bergasthaus hatte offen und einen Ofen mit glühenden Holzscheiten. Es war gut zu sitzen auch mit nassen Füßen. Irgendwann waren sie nahezu abgetrocknet. So nach zwei, drei köstlich´ Feucht. Dunkel war es geworden.
Kurze Pause im Winterwunderland.
Dass der Heimweg nicht über denselben Weg zurück führte war klar. Zwei hiesige Gäste nahmen unsere Fahrer Chistian und Chris mit ihrem PKW hinab nach Wildhaus, die mit ihren Allrädern später zurückkamen und uns abholten. Die französischen Gäste führten wir noch an den Bahnhof nach Buchs, sie mussten zurück nach Zürich. Bis wir zurück an die Unterkunft kamen, war es spät geworden.
CordonBleu mit Kartoffelstock und Gemüse hatte Uli heute auf dem Plan. Das war jetzt auch bitter nötig und eine große Freude inkl. dem letzten Hüttenabend.
Am Sonntagmorgen wurde der Schneefall weniger. Die Bergwelt versteckte sich rundherum hinter Wolken und Nebelschwaden. Nach dem Frühstück begann geschäftiges Treiben, dass Haus musste vor dem Mittag geräumt sein. Eigentlich glaubte niemand an die vorhergesagten Aufhellungen, so dass sich ein Teil der Gruppe auf den Heimweg machte, zumal an der Talstation Wildhaus durch den „befürchteten“ Family-Tag eine enorme Menschentraube von Skifahren nach oben wollte.

Belohnung auf der Nordabfahrt: Neuer Schnee und schönes Wetter inkl. Aussicht.
Die restlichen Skifahrer machten sich auf den Weg nach Unterwasser. Über den Mittag zeigten sich der neue Schnee und die umliegenden Alpen in der Sonne und blauem Himmel von seiner schönen Seite. Tatsächlich wurde das noch ein fantastischer Skitag, der zwischen Chäserrugg und der Station Iltios in vollen Zügen genossen wurde.
Als es dann am späteren Nachmittag nach Hause ging zeigte sich, dass der Bierbestand nicht gänzlich getilgt werden konnte. Allerdings: Man stelle sich das Hallo vor, wenn nur eine Flasche zu wenig dabei gewesen wäre.
Also alles richtig gemacht. In diesem Sinne danken wir an dieser Stelle ganz, ganz herzlich unserem Reiseleiter Stefan Rimmele für seine aufwendige, umsichtige und gelungene Organisation. Natürlich unserem Koch Uli Rotzinger für sein beherztes Engagement für unsere Versorgung über die Tage. Dirk Piorun für seine äußerst großzügige Unterstützung. Den Fahrern Dirk, Uli, Chris, Christian und Ralf. Und natürlich allenVfBlern und Skiausflüglern, die zum Gelingen dieser Tage beigetragen haben. Vielen lieben Dank.