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Saisonverlauf 1. Mannschaft

VfB Waldshut - FC Tiengen 2 1:1

Geschafft!Schon speziell wie das Leben manchmal so spielt. Da gerät der VfB die dritte Saison in Folge in Abstiegsnot und der letzte Spieltag entscheidet über Abstieg oder Klassenerhalt. Aber nicht nur das.

Mit Obersäckingen und Unteralpfen treffen zeitgleich zwei weitere Konkurrenten im Abstiegskampf aufeinander. Dazu kommt die Begegnung Lauchringen gegen Wutöschingen.

Das Lauchringen, das in der zwei Wochen zuvor Laufenburg 2 mit 4:1 nach Hause schickte gegen Wutöschingen, das den Relegationsplatz schon sicher hatte. Waldshut hatte zwar die beste Ausgangslage vor dem letzten Spieltag, aber der Gegner im Saisonfinale hieß Tiengen 2. Also alles parat für einen packenden Derby-Thriller.

Bei schönstem Sonnenschein hatten sich gut 250 Zuschauer in der Schmittenau eingefunden, um ein spannendes Derby zu verfolgen. Das hat allerdings nicht so recht geklappt. Natürlich lag über dem Spiel die Abstiegsangst des VfB und es war immerhin Waldshut gegen Tiengen. Auf dem Platz entwickelte sich aber zu keiner Zeit so etwas wie Derby-Stimmung und wo wenig passiert, kann auch der Funke nicht auf die Zuschauer überspringen. In der ersten halben Stunde gab es genau zwei erwähnenswerte Vorkommnisse. Schon nach zwei Minuten kam Tiengen zum ersten Abschluss stellte Waldshuts Keeper Cristian Damiano aber nicht vor Probleme. In der achten Spielminute konnte Tiengens Torsteher einen Distanzschuss von Patrik Braun ebenfalls mühlelos parieren.

Bis dahin konnte man als Fan der Blauen zufrieden sein. Das Unentschieden würde aufgrund des besseren Torverhältnisses auch dann reichen, wenn Lauchringen knapp gegen Wutöschingen gewinnt. Aber dann kam die 37. Spielminute. Und mit ihr die Rote Karte für Serkan Korkut. Korkut konnte einen Tiengener Stürmer nur noch mit unlauteren Mitteln aufhalten und wurde deshalb folgerichtig des Platzes verwiesen. Welch eine Tragik in Reihen der Gastgeber. Erdal Kizilay und Serkan Korkut kamen zurück zum VfB und sollten helfen den Abstieg zu vermeiden. Es zeichnete sich schnell ab, dass mit diesen beiden "Alten Hasen" die ganze Mannschaft stabiler wurde und ihr Potential besser entfalten konnte. Und dann holt sich Kizilay vor dem Saisonfinale eine Gelb-Rot-Sperre und Korkut fliegt im Derby vom Platz.

Der Schock stand den Waldshuter Verantwortlichen und Anhängern ins Gesicht geschrieben. Eine Stunde in Unterzahl. Bei hohen Temperaturen. Gegen Tiengen. Und mit dem Abstiegsgespenst im Nacken. Wäre gewettet worden, die Quoten für den VfB hätten schlecht gestanden. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Aber eben die hätte um ein Haar kurz vor der Pause noch den Todesstoß bekommen. Tiengen konnte sich - mit Vereinsbrille beurteilt aus abseitsverdächtiger Position - über links durchsetzen und der Stürmer legte den Ball uneigennützig quer auf den Kollegen. Manch einem Zuschauer mag die Situation wie in Zeitlupe vorgekommen sein. Zumindest ging es dem Schreiber dieser Zeilen so. Die absolute Panik ob der riesen Chance, der gute Querpass, das leere Tor, Rückstand, Abstieg, Katastrophe. Allein, der Ball verfing sich in den Beinen des Tiengeners und rollte unspektakulär außen am Pfosten vorbei. Halbzeit und Defibrilator.

Im zweiten Durchgang behauptete sich der VfB in Unterzahl sehr gut gegen die Nachbarn von Langenstein. Rund um die Stundenmarke hatte zunächst Luca Moceri einen guten Abschluss und auf der anderen Seite fand ein guter Pass in den Strafraum keinen Tiengener Abnehmer. Es blieb beim 0:0. Zwischen der 75. und der 81. Spielminute überschlugen sich dann plötzlich die Ereignisse. Mehr oder minder mit seiner ersten Aktion nach seiner Einwechslung bereitete Jonah Roth eine Chance für Sali Kamberi vor. Nur ein super Reflex des Tiengener Torhüters verhinderte die Waldshuter Führung in Unterzahl.

Roth war auch an der nächsten Aktion beteiligt. Dieses Mal legte er für Ilhan Cakir auf, der mit einem sehenswerten Schlenzer das 1:0 erzielte (77.) Der Aufschrei der Erleichterung war vermutlich bis in die Kaiserstraße zu hören. Die Freude wehrte allerdings nicht lange. Vier Minuten später konnte Tiengen ausgleichen (81., 1:1). Danach passierte nichts mehr.

Es war zwar kein historisches Derby, man kann unserer Ersten aber durchaus Lob und Respekt zollen. Bereits in den vergangenen Spielen konnte man erkennen, dass da etwas zusammenwächst, sich ein Team entwickelt. Und dann bei diesen Voraussetzungen im Derby und in Unterzahl so ruhig und stabil zu bleiben, das ist schon aller Ehren wert.

Glückwunsch zum Klassenerhalt!

Geschafft!

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