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Saisonverlauf 1. Mannschaft

SG Stühl./Weizen 2 - VfB Waldshut 1:2

AuswärtssiegDie Mannschaft hat eine Reaktion gezeigt. 5 Euro in das Phrasenschwein, aber diese Floskel passt in diesem Falle perfekt. Nach dem desolaten Auftritt im Pokalheimspiel gegen Eschbach zeigte sich der VfB beim zweiten Ligaspiel auswärts wie ausgewechselt, obwohl nochmals zwei Spieler ausgefallen waren. Unser Erste war in allen Belangen überlegen und hatte Ball und Gegner gut 70 Minuten fest im Griff. Dann ließen allerdings die Kräfte etwas nach.

Trotz des überzeugenden Auftritts in Weizen, müssen wir ein paar Worte über das Pokaldebakel gegen Eschbach verlieren. Derby gegen Eschbach, Flutlicht, Heimspiel. Die Vorfreude war groß, währte aber nur kurz. Gerade mal eine Viertelstunde konnte der VfB mithalten, verlor dann komplett den Faden und beschenkte die Gäste dann auch noch mit zwei Toren zur komfortablen Pausenführung. Erst war es ein unnötiger Strafstoß (22.) und kurze Zeit später klärte der VfB einen Ball in die Mitte vors Tor. Ob der Eschbacher Stürmer sich bedankte ist nicht überliefert (31., 2:0). Dazwischen musste der VfB auch noch den verletzten John Nyffenegger auswechseln.

Und weil das alles noch nicht schlimm genug war, flog Egzon Tahiri dann in der Nachspielzeit der ersten Hälfte mit Gelb-Rot vom Platz, nachdem er - Gelb vorbelastet - seinem Gegenspieler unglücklich von hinten in die Beine lief. Positiv darf man festhalten, dass man Anfang der zweiten Halbzeit nicht merkte, dass der VfB in Unterzahl spielte, allerdings lag Eschbach ja auch in Führung. Dann zogen die Gäste wieder an und erarbeiteten sich einige Chancen. Der VfB konnte dem am Ende nichts mehr entgegensetzen und kassierte weitere drei Treffer in der 75., 79. und 84. Spielminute. Das war viel zu wenig, auch wenn man die mildernden Umstände einbezieht.

Decken wir den Mantel des Schweigens über das Pokalaus und wenden wir uns dem Auswärtssieg bei der SG Stühlingen-Weizen zu. Die Ausgangssituation war alles andere als vielversprechend. Bujar Halili fehlte verletzungsbedingt, Patrik Braun war gesperrt, dazu gesellten sich Tahiri (Sperre) und Nyffenegger (verletzt). Während die die Reseerve der SG Stühlingen-Weizen mit zwei Siegen in die Saison gestartet sind, hatte der VfB den Saisonauftakt verloren und die Pokalklatsche im Genick. Aber - und hier wiederhole ich den ersten Satz dieses Berichts - der VfB hat eine Reaktion gezeigt. 

Von Beginn an sah man dem Team von Erdal Kizilay und Aiad Khoshnaw an, dass Wiedergutmachung angesagt war. Mit hoher Laufbereitschaft,  Einsatzwillen und wiedergewonnener Ballsicherheit übernahm der VfB das Kommando auf dem Platz. In der zehnten Minute nahm der VfB das erste Mal das Tor der Platzherren ins Visier, nachdem Ibish Arifaj Sam Wieland bedient hatte. Der Ball ging jedoch übers Tor. Fünf Minuten später schlug Erdal Kizilay einen klasse Pass auf Luca Moceri, der die Kugel mit der Brust annahm und dann sofort abzog. Da war es schon knapper, aber trotzdem die falsche Seite des Pfostens. Weitere zwei Minuten danach ließ Wieland mit einer Körpertäuschung seinen Gegenspieler ins Leere laufen, schoss und verfehlte das Tor nur haarscharf.

Dann war es aber endlich so weit. Nach einer knappen halben Stunde erkämpfte sich der VfB mit starkem Pressing einen Einwurf. Elias Drews schleudert die Kugel gedankenschnell auf Sali Kamberi, der den überraschten Gegenspieler abschüttelte und die längst fällige Führung erzielte (27., 0:1). Bis dahin war von den Platzherren kaum etwas zu sehen. Die neu formierte Abwehr mit Kizilay und Serkan Korkut stand gut und Leon Eggert war - wie auf der anderen Seite Wieland - so viel nach vorne unterwegs, dass die gegnerischen Offensivspieler mehr nach hinten als nach vorne agieren mussten.  Kurz nach dem Führungtreffer wurde es dann aber nach einer Flanke doch einmal heikel. Allerdings klärte Kizilay mit dem Kopf, Waldshuts Keeper Alexis Biniakou musste nicht eingreifen. Im Gegenzug war wieder VfB dran. Nach einem langen Einwurf nahm Kamberi den Ball aus der Drehung direkt, aber auch dieses Mal verfehlte der Ball das Tor um ein paar Zentimeter (31.).

Der VfB gönnte den Platzherren keine Verschaufpause. In der 33. Spielminute konnte der SG-Torwart einen Waldshuter Kopfball gerade noch zur Seite abwehren und unmittelbar danach behauptete sich Drews gleich mehrfach gegen seine Gegenspieler, setzte Moceri ein, der seinerseits für Arber Islami auflegte. Der Distanzschuss misslang allerdings. Unmittelbar vor der Pause kam dann doch noch das überfällige 0:2. Wieder war es Drews, der im Mittelfeld den Ball erkämpfte und Kamberi bediente. Dessen Schuss konnte der Heim-Torsteher zwar noch abwehren, gegen den Abstauber von Ilhan Cakir war er dann aber machtlos (44.).

Auch nach dem Seitenwechsel hatte der VfB mehr vom Spiel und vor allem gute Offensivaktionen. Kurz vor der Stundenmarke stand erneut der Torwart der SG im Blickpunkt, als er nach einer gelungenen Kombination zwischen Moceri und Cakir den Abschluss entschärfen konnte. Zehn Minuten später kam er dem heranrauschenden Kamberi zuvor und klärte den klugen Pass von Mon Tahiri.

In der Endphase der Partie schien der VfB dem hohen Einsatz Tribut zollen zu müssen. Die Pässe wurden nicht mehr so sauber gespielt, der frei Mann wurde übersehen und die Kommunikation funktionierte nicht mehr so gut. Dennoch setzte der VfB ein weiteres Highlight. Kamberi tanzte in der 74. Spielminute drei Gegenspieler aus, passte zu Cakir, der den Ball zu Wieland weiterleitete. Der Abschluss blieb allerdings am Ende harmlos, weil Wieland den Ball nicht richtig traf.

Das war es dann aber auch seitens der Gäste. In den letzten Minuten warfen die Gastgeber alles nach vorne und erspielten sich noch ein paar gute Torgelegenheiten. Eine davon schlug in der 85. Minute zum Anschlusstreffer ein und unmittelbar vor dem Abpfiff musste Biniakou nochmals eingreifen, um den Ausgleich zu verhindern. So blieb es beim knappen aber verdienten 1:2. 

Es geht also doch! Die Mannschaft tut aber gut daran, diesen Sieg nicht zu überbewerten und die Schlussphase genau zu analysieren. Am kommenden Samstag steht nämlich das erste Liga-Derby auf dem Spielplan. Die Reserve des FV Tiengen kommt in die Schmittenau. Und das wird sicher eine andere Nummer als Stühlingen-Weizen. Dennoch kann der VfB guten Mutes ins Spiel gehen. Der Sieg war verdient und gegen Tiengen werden wieder mehr Spieler zur Verfügung stehen.

 

 

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