Saisonverlauf 1. Mannschaft

FC Bad Säckingen - VfB Waldshut 2:1

Verfasst von Jochen Zuber am . Veröffentlicht in Aktiv - 1. Mannschaft

VfB im UnglückEiner der Klassiker unter den Fußballerzitaten stammt von Jürgen "Kobra" Wegmann, der einst sagte " Erst hatten wir kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu." Um das Spiel unserer Ersten in Säckingen zu beschreiben, passe ich das Zitat an das Spielgeschehen an. Erst hatten wir kein Glück und dann kam das Pech dazu. Bereits in der zweiten Spielminute leistete sich der VfB einen unbedrängten Ballverlust im Mittelfeld, wodurch die Gastgeber einen Konter einleiten konnten, dessen Abschluss an die Latte knallte und dann geklärt werden konnte. Das war es dann aber auch mit dem Glück für den VfB an diesem sonnigen Samstagnachmittag.

Nur zwei Minuten nach diesem Schockmoment hatte der VfB eine Großchance, Luca Moceri war nach einem Eckball mit dem Kopf zur Stelle, brachte aber nicht genug Druck hinter den Ball. In der siebten Spielminute wurde Patrik Braun der Fuß weggezogen nachdem er im Strafraum einen Abwehrspieler aussteigen ließ, was der Schiedsrichter zum Entsetzen der Waldshuter aber nicht (so) gesehen zu haben schien. 

Die Mannen von Holger Kostenbader blieben dran und hatten in der neunten Spielminute eine weitere gute Chance. Nach einer Flanke von der linken Seite kam in der Mitte Ilhan Cakir zum Kopfball, verfehlte das Tor aber knapp. Aber auch davon ließ sich der VfB nicht bremsen, das Team presste hoch und brachte die Platzherren immer wieder in Bedrängnis. So auch in der 12 Spielminute als sich ein Säckinger Abwehrspieler nicht mehr anders zu helfen wusste, als den Ball hoch zum eigenen Torhüter zurückzuspielen. Der Ball sprang auf und wäre genau im Winkel eingefahren, hätte ihn der Säckinger Torhüter nicht gerade noch rechtzeitig weggewischt. Auch in dieser Situation hatte der VfB Pech, denn der Schiedsrichter wertete den schlecht aber dennoch absichtlich gespielten Ball nicht als strafbaren Rückpass.

Es war noch nicht einmal eine Viertelstunde gespielt, als der VfB wieder eine Chance hatte, dieses Mal vergab Braun in aussichtsreicher Position. Das machte er dann in der 25. Minute aber besser. Wieder presste der VfB hoch und zwang den Keeper der Hausherren aus dem Tor zu kommen und einen schwach gespielten Rückpass zu klären. Der Schlag geriet zu kurz und landete vor den Füßen von Braun, der elegant aus 25 Metern zum 0:1 einschob.

Auch wenn das wie ein einziger euphorischer Sturmlauf der Gäste klingt, besonders geschmeidig war das Spiel nicht. Der VfB leistete sich einfach ein paar Fehler weniger. Und es war auch keineswegs so, dass Säckingen keine Offensivaktionen gehabt hätte. Es wurde aber nie gefährlich vor dem Kasten der Waldshuter. Folgerichtig war es dann auch wieder der VfB, der die nächste Chance hatte. Braun erkämpfte sich den Ball, steckte durch auf Sali Kamberi, dessen harten Schuss einmal mehr vom gut aufgelegten Torsteher der Säckinger abgewehrt wurde.

Erst in der 33. Spielminute schaffte es Säckingen auf den Chancenzettel. Ein Strich aus der Distanz verfehlte das Gehäuse von Daniel Tabaka nur knapp. Praktisch im Gegenzug war es wieder Cakir, der nach einer der zahllosen Braun-Flanken an den Ball kam, das Spielgerät aber nicht mehr kontrolliert am Keeper vorbeischieben konnte. Und wenn man das Tor nicht trifft und zweimal Pech mit Schiedsrichterentscheidungen hat, dann kommt es halt, wie's kommen muss. Ein Freistoß für Säckingen, ein unbedrängter Kopfball am langen Pfosten und der Ball war drin (1:1, 37.). Dennoch hatte der VfB die letzte Szene: Moceri war nach einem Eckball zur Stelle, aber der Heimtorhüter lenkte auch diesen Ball über die Latte.

Wer nun dachte, das müsse es dann gewesen sein mit dem Pech, lag aber sowas von falsch. In der 50. Spielminute verletzte sich Waldshuts Torwart Tabaka nach einem Zusammenprall und musste ausgewechselt werden. Fünf Minuten später bekam Ersatztorhüter Alexis Biniakou im Getümmel einen Schlag ins Gesicht, musste minutenlang behandelt und schliesslichen ebenfalls ausgewechselt werden. So musste Feldspieler Richard Zielke ins Tor und bekam auch gleich etwas zu tun. Den Freistoß der Säckinger konnte er aber problemlos entschärfen. Die junge Waldshuter Mannschaft brauchte eine Weile, bis dieser Doppel-Torhüterschock verarbeitet war, machte dann aber dort weiter, wo sie in der ersten Spielhälfte aufgehört hatten. Man kannte das schon: Flanke Braun, Kopfball Moceri, starker Refelx vom Torhüter (75.).

Hatte ich schon erwähnt, dass der VfB vom Pech verfolgt wurde? In der 78. Spielminute schlug ein Säckinger Außenspieler eine völlig misslungene Flanke nach innen, der Ball wurde immer länger und fiel dann millimetergenau zwischen Zielkes Hand und dem Winkel ins Waldshuter Tor.

Zu den zwei Bällen, die Säckingen in der zweiten Hälfte aufs Tor brachte, gesellte sich in der 81. Spielminute noch ein strammer Distanzschuss, der aber knapp über die Lattte zischte. Die restlichen Szenen gehörten dem VfB, der sich nicht geschlagen geben wollte. 82. Déja vu: Klasse Pass Braun, Abschluss Moceri, Abwehr Torhüter. 88. Minute: Flanke Braun, Kopfball Cakir, knapp vorbei und schließlich war es nochmals Moceri, der sich sehenswertt durchsetzte aber einmal mehr am Säckinger Torsteher scheiterte (90.).

Ich habe selten ein Spiel des VfB gesehen, das so unglücklich gegen uns gelaufen ist. Dennoch gilt es dringend etwas bei der Chancenauswertung zu feilen, denn bei allem Pech, vergab der VfB doch viele Tormöglichkeiten. Aber - und das muss man auch ganz klar feststellen - die Mannschaft hat sich nicht aufgegeben und bis zum Schlusspiff gekämpft. Die Richtung stimmt, nun muss sich die Mannschaft einfach mal selbst belohnen.

Am besten schon am kommenden Samstag, wenn es um 16:00 Uhr zu Hause gegen die Spielvereinigung Andelsbach geht.

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