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A-Junioren 2014/15

A-Junioren - Ein Saisonrückblick mit Augenzwinkern

Eine A-Junioren-Mannschaft zu trainieren, ist das Beste was einem Trainer passieren kann. Die Spieler sind in den Jahren zuvor mehr oder minder zu kompletten Fußballern ausgebildet worden und sind in dieser Zeit auch zu vernünftigen jungen Erwachsenen gereift. Positiv wirkt sich auch aus, dass man nur noch Sportler im Team hat, deren Begeisterung für den gemeinsamen Sport allen anderen Verlockungen widerstanden hat.

Für den älteren Jahrgang bildet die Aussicht auf ein Mitwirken bei den Aktiven, zu denen die Spieler schon über Jahre hinweg ehrfürchtig aufblicken, eine zusätzliche Motivation. Eine so gute Ausgangslage findet man in kaum einer Altersklasse. Deshalb kann man sich kaum etwas Besseres wünschen als A-Junioren-Trainer zu sein. 

Ach ja, und die Erde ist eine Scheibe. 

20 (in Worten zwanzig) Spieler standen in der Saisonplanung 2014/2015 auf dem Zettel. Diese üppige Personalausstattung ergab sich aus der Zusammenarbeit von vier Vereinen, die die SG Waldshut bildeten. Zusammen mit der ebenso großen Zahl eigener B-Junioren, war das ein Potential von 40 Spielern für zwei Mannschaften. Warum dann nicht eine dritte Mannschaft melden, eine A2. Es waren ja ausreichend Spieler da, die in A1 und B1 selten oder gar nicht zum Einsatz kommen würden. Die konnte locker eine weitere Mannschaft bilden. 

Hatte ich das mit der Erde und der Scheibe schon erwähnt? 

Schon vor dem ersten Saisonspiel wurden wir auf den Boden der Tatsachen geholt, als sich abzeichnete, dass wir nicht mal zum Auftakt genügend Spieler für die A2 zusammen bekommen würden. Das hatte aber auch seine gute Seite, schließlich standen dadurch 20 Mann für die A1 zur Verfügung. Eine Möglichkeit für den Trainer je nach Gegner und Trainingsbesuch verschiedene Aufstellungen zu verwirklichen. Und der eine oder andere Ausfall würde auch kompensiert werden können.

In diesem Zusammenhang fällt mir ein Kinderlied ein, das anzusprechen heute aufgrund latent vorhandenen Rassismuses vermutlich als politisch inkorrekt zu bezeichnen ist. Um möglicher Kritik schon von vorneherein den Wind aus den Segeln zu nehmen, beziehe ich mich deshalb auf eine abgewandelte Version der Band "Die Toten Hosen". Wobei ich beim Thema Jugendfußball weder das Thema Alkohol verharmlosen noch Werbung für einen Kräuterlikör machen möchte. Deshalb versuche ich das, was ich sagen will, mit einem Beispiel zu verdeutlichen. Und das geht so:

20 kleine Fußballspieler wollten die Bezirksliga seh'n, einer brach sich früh den Fuß, da waren's nur noch neunzehn. 

19 kleine Fußballspieler wollten immer in Führung geh'n, einer davon blieb einfach weg, da waren's nur noch achtzehn. 

18 kleine Fußballspieler wollten stets zusammensteh'n, einer musste immer lernen, da waren's nur noch siebzehn. 

17 kleine Fußballspieler wollten einen Rückstand dreh'n, einer musste fahren lernen, da waren's nur noch sechzehn. 

16 kleine Fußballspieler wollten auf das Spielfeld geh'n, einer ging zur Polizei, da waren's nur noch fünfzehn. 

15 kleine Fußballspieler konnten's nicht verstehen, einer war im Fitnessstudio, da waren's nur noch vierzehn. 

Mehr Reime auf "zehn" fallen mir nicht ein, ohne die genannten zu variieren. Und Reimworte, die zu elf und zwölf passen wären sind vermutlich rar. Aber ich denke, das Prinzip ist klar geworden. Doch selbst in einem solchen Extremfall blieben ja noch 14 Spieler. Klingt gut.

Es sei denn, es stehen noch Abiturprüfungen im Fach Sport an. Die sind nämlich eher praktisch angelegt und es ist nachvollziehbar, dass man die mit gedehnten Bändern oder gebrochenen Knochen nur mit Mühe zu absolvieren kann. Doch trotz dieser Vielzahl von Hindernissen, gelang es mit Hilfe der B-Junioren fast immer eine vollständige Mannschaft antreten zu lassen. 

Garant für den sportlichen Erfolg war natürlich auch, dass die verbleibenden A-Junioren topfit und in bester körperlicher Verfassung waren. Es ist kein Geheimnis, dass kontinuierliches Training die Leistung fördert. Und den Teamgeist. Und in diesem Bereich waren unsere Jungs vorbildlich. In etwa so vorbildlich wie die Erde eine Scheibe ist. 

So gesehen, ist A-Junioren-Trainer zu sein vielleicht doch nicht der tollste Job, den man sich vorstellen kann. Aber ich bin ja Optimist und mache weiter. In der nächsten Saison wird sicher alles besser. 

Egal ob die Erde nun eine Scheibe ist oder nicht.wink

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